Posted by on 29. April 2021

Geologisch-Iagerstättenkundliche Grundlagen

Das Gebiet der Gemeinden Sprockhövel, Hattingen, Witten, Wetter bis Dortmund gehört zu einem großen Bereich spätdevonischer und karbonischer Gesteine (Sandsteine, Grauwacken, Tonschiefer, Steinkohle), insbesondere des Flözführenden Karbons. Diese Gesteine haben ihren Ursprung in dem flachen Devonmeer, das vor 400 Mio. Jahren auch unsere Gegend einnahm. Sie wurden später aufgrund komplexer Vorgänge verfestigt und als ein Schichtpaket von mehreren tausend Metern Mächtigkeit vor 300 Millionen Jahren durch gewaltige Kräfte gefaltet und geschiefert.
Die so entstandenen geologischen Sättel und Mulden bildeten einen Teil des variszischen Gebirges Mitteleuropas, das sofort erodiert und immer weiter eingeebnet wurde. Das Meer hatte sich aus diesem Gebiet zurückgezogen, so daß durch eine langanhaltende Erosionsphase das heutige bergische südliche Ruhrgebiet entstand, in das sich Bäche talbildend eingeschnitten und auf harten Sandsteinen beruhende Höhenrücken (Eggen) gebildet haben.
Im Mittelpunkt stehen hier die besonders deutlich ausgeprägten Zusammenhänge zwischen der inneren geologischen Struktur des Steinkohlengebirges und dem heutigen Oberflächenrelief mit seinen markanten Bergrücken (Eggen). Die Eggen sind südlich des Ruhrtals wie hier in Sprockhövel derart bestimmend für das Landschaftsbild, dass die entsprechenden Gebiete im Rahmen der naturräumlichen Gliederung des Ruhrgebiets durch VON KÜRTEN (1970) als Ruhr-Eggenland und Märkisches Eggenland bezeichnet werden. Der geologische Untergrund in Sprockhövel besteht aus Gesteinen des Oberkarbons. Ein charakteristisches Merkmal ist die Wechsellagerung von Schichten aus hartem Sandstein und weichem Ton- und Schluffstein. Die Ablagerungsbedingungen der Sedimente und die Gründe für die zyklische Abfolge der verschiedenen Gesteine – im Bereich des flözführenden Oberkarbons ergänzt um die Steinkohleflöze – werden hier hautnah erlebbar. Nach der Ablagerung der Schichten in einem riesigen Delta vor dem sich bildenden variszischen Gebirge wurden die Sedimentschichten gegen Ende des Oberkarbons mit in die Gebirgsbildung einbezogen und gefaltet. Durch diese Faltung entstanden die für das Ruhrkarbon charakteristischen Sättel und Mulden.
An dieser Stelle muss angemerkt werden, dass sich die geologischen Begriffe Sattel und Mulde ausschließlich auf den inneren Bau des Gebirges beziehen und keinesfalls das heutige Relief beschreiben. Aufgrund der Faltung des Gebirges streichen an der Geländeoberfläche abwechselnd harte Sandsteinschichten und weiche Schichten aus Ton- und Schluffstein aus. Durch die Abtragung der weicheren Ton- und Schluffsteine wurden die resistenten Sandsteinschichten als Härtlingsrücken herausmodelliert wie heute immer noch gut zu sehen.

Uwe Peise im April 2018

Posted in: Geologie