Posted by on 21. Februar 2018

1 day ago

Bergbauaktiv Ruhr e.V.

Hier noch einmal das ganze Album von unserer Befahrung des Schwalenbacher Wasserlösungsstollens nach dem Arbeitseinsatz auf der Grube Wohlfahrt.

Glückauf und einen sonnigen Karfreitag!Befahrung durch den Bergbauaktiv Ruhr e.V., vielen Dank an das Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt und den Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt Heimatverein Rescheid e. V.

Der Schwalenbacher Stollen spielte bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle: Über ihn erfolgte sowohl die Erschließung der Erzgänge dieses Reviers als auch die Förderung der gewonnenen Erze. Von seinen 500 Metern sind immerhin noch 150 Meter frei, doch weil in diesem Bereich das devonische Gebirge sehr brüchig ist, konnte der Schwalenbacher Stollen nicht zur Besichtigung wieder hergestellt werden.

Über das Alter des Stollens ist nichts Genaues bekannt. Man nimmt an, dass er - wie der Tiefe Stollen (Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt Hellenthal Eifel) im Osten (50 Meter tiefer) - Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt worden ist. 1791 nahm ihn jedenfalls nachweislich ein Stolberger Privatmann auf eine Länge von 240 Lachtern, das sind in etwa 500 Meter, wieder in Betrieb. In der Nähe des Stollenmundloch befand sich damals die Blei- bzw.Erzwäsche.

Im Bereich des 1987/88 neu freigelegten Stollenmundlochs sind hinter dem abgesicherten Bereich die devonischen Gesteinsschichten aufgeschlossen. In ihnen haben sich die Erzgänge nach Ablagerung und Faltung gebildet. Es sind steil gestellte sandige Gesteine der Schleiderner Schichten. Sie haben ein höheres Alter als die sonst vorherrschenden Klerfer Schichten, die an der Wegböschung etwa 150 Meter südlich aufgeschlossen sind. In der Schleiderner Schichten sind wenige Zentimeter dünne, kohlige Lagen zu finden, auch Flöze oder Brandschiefer genannt. In den Aufschüssen liegen solche Schichten mit hohen Anteilen an fossilem Pflanzenmaterial offen. Hierbei handelt es sich um etwa 400 Millionen Jahre alte Überreste erster Formen von Landpflanzen. Sie zeigen von der Besiedlung der Festlandsbereiche durch eine Pflanzenwelt, die bis dahin ausschließlich im Wasser existierte.

Q.: Geologisch-Montanhistorischer Lehr- und Wanderpfad in der Gemeinde Rescheid
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2 days ago

Bergbauaktiv Ruhr e.V.

Schön war's wie immer.
Eine unser jährlichen Eifelexkusionen.
Diesmal mit Dokumentation des Schwalebachstollens.
Danke Oli und Jan.
Bis zum nächsten mal!
Glückauf!Hier erkennt man noch den Holzausbau.
Durch das Wasser wurde das Holz vor der schnellen Zersetzung bewahrt.

ENDE
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Vor dem langen Wochenende, Berge Räumung im Stollen.
Frohe Ostern
und
Glückauf!
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4 days ago

Bergbauaktiv Ruhr e.V.

Hier noch einmal ein Artikel mit älteren Bildern, viel Spaß beim Lesen und Anschauen:

Schachtverfüllung Eisensteinzeche und Hütte mit dem ersten modernen Hochofen auf dem Kontinent

Viele kennen das Ruhrgebiet und deren Geschichte nur mit den großen Bergwerken und Hütten, wie wir sie noch heute besuchen und erkunden können. Aber das Ganzen begann vor Jahrhunderten im Raum Sprockhövel und Umland und bietet eine Vielzahl an Geschichten, die dem heutigen Ruhrpott'ler nicht wirklich bewusst sind.

⚠️ viel Text; dennoch hochspannend!

Die Zeche Neu-Haßlinghausen in Sprockhövel ist ein ehemaliges Bergwerk im Ortsteil Haßlinghausen. Das Bergwerk war eine Eisensteinzeche und war auch unter dem Namen Zeche Vereinigte Neu-Haßlinghausen bekannt.

Im Jahr 1858 wurde begonnen, den Förderschacht Sack abzuteufen. Der Schacht wurde nördlich des Schachthauses angesetzt. In diesem Bereich war das Gebirge standfest. Der Schacht wurde als tonnlägiger Schacht mit einer flachen Teufe von 120 Metern abgeteuft. Der Schacht war rechteckig und hatte eine Breite von acht Metern. Da der Schacht im Flöz Neuflöz abgeteuft wurde, konnten die Kosten für das Abteufen zum Teil aus dem Erlös des beim Teufen gewonnenen Erzes beglichen werden. In den Jahren 1860 bis 1868 wurde sowohl Kohleneisenstein als auch Steinkohle abgebaut. Die abgebauten Erze wurden an die Haßlinger Hütte geliefert.

Im Jahr 1869 wurde eine Pferdeeisenbahn bis zur Zeche Vereinigte Trappe in Betrieb genommen. Ab diesem Jahr fand keine Kohleförderung mehr statt. Nachdem die Haßlinger Hütte stillgelegt worden war, wurde auch die Zeche Neu-Haßlinghausen außer Betrieb genommen.

Von der Zeche Neu-Haßlinghausen ist nur noch wenig erhalten geblieben. Der Schacht Sack ist heute Bestandteil des Deutschland-Weges des AK Sprockhövel.

Die Hütte

Ein vergessenes Pilotprojekt der Industrialisierung des Ruhrgebiets steht in Sprockhövel – Vor 160 Jahren wurde die Haßlinghauser Hütte gegründet.

Am 17. Juli 1855 wurde die staatliche Konzession für die Hochofenanlage "Haßlinghauser Hütte" gewährt. Am südlichsten Rand des Ruhrgebietes entstand ein in vielfacher Hinsicht außergewöhnliches Projekt des "take-off" der Industrialisierung des Ruhrgebietes. Die Gründung der Haßlinghauser Hütte fand vor dem Hintergrund eines Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland statt, der 1852/53 eingesetzt hatte und die Industrialisierung rasant beschleunigte. Der Beginn der Industrialisierung in Rheinland-Westfalen war gekennzeichnet durch das schon Mitte des 19. Jahrhunderts beachtlich entwickelte Eisenbahnnetz und einen durch die Bevölkerungszunahme wachsenden Eisenbedarf. Damit einher ging eine steigende Bereitschaft zur Kapitalanlage in der aufzubauenden Montanindustrie. Es entstand eine Anzahl von Hüttenwerken, so im Jahre 1852 der "Hörder Bergwerks- und Hüttenverein" in (Dortmund-)Hörde und der "Bergwerksverein Friedrich Wilhelms-Hütte" in Mülheim an der Ruhr, 1853 der "Phoenix, Anonyme Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb" mit den Hochofenwerken in (Duisburg-) Laar und (Essen-) Kupferdreh und 1854 die Henrichshütte in Bruch bei Hattingen. Während die erstgenannten Unternehmen als Aktiengesellschaften gegründet wurden, entstand die Henrichshütte als Einzelkapitalgründung der Harzer Großgrundbesitzerfamilie Stolberg-Wernigerode.

Die Haßlinghauser Hütte dagegen firmierte zunächst als "Gewerkschaft v. Born, Lehrkind & Co", keine von anonymen Kapitalgebern konzipierte Großunternehmung, sondern ein persönlichkeitsbezogener, eher mittelständischer Betrieb, der im November 1855 den ersten Hochofen in Haßlinghausen fertig stellte. Der Lüner Grundbesitzer und Kaufmann Wilhelm von Born war bis dato nur spekulativ an der Industrialisierung des Ruhrgebiets beteiligt gewesen. Der Hüttengründer Gustav Lehrkind aus (Hagen-) Haspe jedoch war in Fachkreisen kein unbeschriebenes Blatt; er hatte bereits maßgeblich an Verfahren zur Eisenveredlung mitgewirkt und internationale Reputation erfahren. Sein Hasper Betrieb (Falkenroth, Lehrkind & Co.) hatte 1851 auf der Weltausstellung in London den Ersten Preis für das in seinem Betrieb entwickelte "Puddelstahl"-Verfahren erhalten. Bei keiner anderen Hüttenwerksgründung der 1850er Jahre im Ruhrgebiet waren - von der Verkehrsanbindung durch die Eisenbahn abgesehen - die Standortbedingungen derart exzellent wie in Haßlinghausen. Anfang der 1850er Jahre waren im Raum zwischen Hattingen und Haßlinghausen ergiebige Erzlager zwischen den Steinkohlenflözen entdeckt worden. Die Verhältnisse ähnelten denen des damals global bedeutendsten Montanreviers in Südschottland, dessen Produktionsbedingungen märchenhaft waren und den Kapitalanlegern extraordinäre Profite verschafft hatten. Kohle und Erz konnte auf dem Haßlinghauser Hüttengelände zu Tage gefördert werden. Der Kalk wurde in den ca. 3 km entfernten Linderhauser Steinbrüchen gewonnen. Allerdings - im Gründerhype der 1850er Jahre sollte dieser Aspekt jedoch zunächst keine Rolle spielen - stand die Haßlinghauser Hütte im Gegensatz zu allen anderen industriellen Hüttenwerken nicht in unmittelbarer Nähe eines Gewässers, sondern an der Flanke eines Höhenrückens und es konnte, wie sich zeigen sollte, der enorme Wasserverbrauch eines oder gar mehrerer Hochöfen und dazu der Koksherstellung kaum gestillt werden. Schon gar nicht war an die Anlage von Weiterverarbeitungsstufen mit einem hohen Wasserbedarf wie dem eines Walzwerks zu denken, was allerdings für eine langfristige Perspektive eine unabdingbare Voraussetzung gewesen wäre. Um es vorweg zu sagen: Dies erklärt entscheidend, warum dieses Hüttenwerk lediglich 19 Jahre in Betrieb blieb.

Im März 1856 gründeten die Eigentümer der Haßlinghauser Hütte den "Berg- und Hütten-Aktien-Verein Neuschottland" mit Sitz in Dortmund, dem Zentrum des östlichen Ruhrreviers. Mit der Namensgebung der Aktiengesellschaft wurden Erwartungen an die Gewinnmargen in der schottischen Montanindustrie geweckt. Nur so lässt sich erklären, dass wenige Tage nach der Emission sämtliche Aktien im Wert von zwei Millionen Talern gezeichnet waren, ohne dass der Hochofen dieses Betriebes angeblasen gewesen wäre, weniger: In Haßlinghausen existierte zu diesem Zeitpunkt lediglich eine halb fertige Betriebsbaustelle. Auch die von der Familie Harkort erworbenen Eisensteinfelder waren noch nicht bezahlt. Dennoch gingen die Aktien von Neuschottland an der Berliner Börse weg wie die berühmten warmen Semmeln. Eine außergewöhnliche Profiterwartung mobilisierte - erstmals in der noch jungen Geschichte der Ruhrindustrialisierung - über den Tellerrand Rheinland-Westfalens hinaus Kapitalgeber aus dem gesamten Gebiet des deutschen Zollvereins, in erster Linie ostelbische Junker, Berliner Rentiers und wenig später das Finanzkapital aus dem Raum Frankfurt-Darmstadt: Anleger, die in ihrer Euphorie den Betreibern der Haßlinghauser Hütte ihr Geld geradezu leichtgläubig anvertrauten. Aber es waren nicht nur die natürlichen Bedingungen, die exorbitante Gewinne versprachen. Mit dem im Mai 1856 in Betrieb genommenen ersten Hochofen in Haßlinghausen war der modernste seiner Art, weil speziell auf die Bedürfnisse der Kohleneisensteinverhüttung abgestimmt, entstanden. Die Haßlinghauser Hochofenanlage war die einzige Kontinentaleuropas, auf der ausschließlich diese Erzvarietät verarbeitet werden sollte. Auf den Erfahrungen aufbauend, die mit der Verhüttung des verwandten Erzes Schottlands (blackband) gemacht worden waren, konstruierten Hermann Stahlschmidt, aus einer alten Siegerländer Stahlgewerkenfamilie stammend und gleichfalls erster Direktor der Haßlinghauser Hütte, und der Hasper Ingenieur Fritz Schmidt einen Hochofen, der beinahe alle über Jahrhunderte geltenden Standards in Frage stellte.

Augenfällig war, dass man den üblichen dickwandigen steinernen Schachtmantel, allen Bedenken der übrigen Fachwelt zum Trotz, durch eine dünnwandige Blechumkleidung ersetzt hatte. Man gab sich also auch hier "schottisch", elegant in Eisen gekleidet. Der Hochofen der Moderne war geboren; mit den weiteren Konstruktionsmerkmalen des weiten und freistehenden, lediglich von Gußeisensäulen umgebenen Gestells, des Hochofenschmelzraums, und einer deutlich vermehrten Anzahl von Windformen wies die Konstruktion, auch hinsichtlich ihrer Produktivität, noch über die Schottlands hinaus. Der mit heutigen Worten als modulare Leichtbaukonstruktion zu bezeichnende Ofen, die gesamte Anlage in Haßlinghausen provozierten aufgrund ihrer Innovativität ein öffentliches und fachliches Interesse in den einschlägigen Periodika und der Fachliteratur, das keinem anderen montanindustriellen Projekt in der industriellen Startup-Phase zuteil wurde. "Haßlinghausen" war zu dieser Zeit in den Kolumnen der überregionalen Zeitungen zu einem Synonym für Fortschrittlichkeit geworden. Erstmals auf dem europäischen Kontinent hatte man mit den herrschenden Konventionen gebrochen und damit das Prinzip des großtechnischen Hochofenbaus vorformuliert: Der Haßlinghauser Ofen 1 war das Präzedenzprojekt des Hüttenwesens Mitte des 19. Jahrhunderts.

Wer mehr lesen möchte, dem kann ich diesen Link empfehlen: www.bergbauaktiv.de/index.php/zechen/sprockhoevel/hasslinghauser-huette

Q.: de.m.wikipedia.org/wiki/Zeche_Neu-Ha%C3%9Flinghausen?wprov=sfla1
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