Posted by on 21. Februar 2018

Pressespiegel: ...

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Wir erinnern uns an …
James Watt, schottischer Daniel Düsentrieb, der heute seinen 200. Todestag hat. Dank ihm gab's leistungsfähigere Dampfmaschinen als zuvor, wodurch der Ruhrkohlebergbau in größeren Tiefen erst möglich wurde.
Im Jahr 1792 wurde die erste Dampfmaschine im Duisburger Hafen angeliefert, die für die Zeche Charlotte in Essen Überruhr bestimmt war. Die Gewerken dieser Zeche weigerten sich jedoch, die Maschine zu übernehmen.

Erst neun Jahre später konnte diese Maschine an die Zeche Vollmond in Bochum verkauft werden. Die mit der Aufstellung der Maschine beauftragten Techniker konnten sie nicht in Gang setzen. Der mit dem Bau einer Umhausung beauftragte Zimmermann dagegen montierte die Maschine richtig und konnte sie in Betrieb setzen. Mit diesem Tag beginnt der phänomenale Aufstieg des späteren Industriellen Franz Dinnendahl.

Die industrielle Revolution hatte das Ruhrgebiet erreicht. Mit der Einführung der Dampfmaschine waren nunmehr Lagerstätten zu erschließen, die sich - unterhalb des Niveaus der Ruhr - bislang jeder Fördermöglichkeit entzogen hatten. Die unter der Mergeldecke im Norden des Ruhrgebietes verborgenen Fettkohlen wurden für die Verkokung und damit für die Herstellung von Stahl benötigt. Mit der Erfindung der Dampfmaschine setzte die Nordwanderung des Bergbaus ein - weg von der Ruhr in die Hellwegzone und weiter zur Emscher. Und letztlich besiegelte die Dampfmaschine mit der Einführung der Eisenbahn auch das Schicksal der Ruhr als Schifffahrtsweg.

Ein Denkmal in der Nähe von Hettstedt erinnert übrigens an die Inbetriebnahme der ersten in Deutschland hergestellten Dampfmaschine Wattscher Bauart am 23. August 1785 und im Mansfeld-Museum Hettstedt ist die erste von deutschen Arbeitern erbaute Dampfmaschine Watt’scher Bauart ausgestellt.
König FRIEDRICH II. kauft 1768 das Burgörner-Revier für 184.500 Taler. Damit geht es in preußischen Staatsbesitz über. Das Bergamt Rothenburg und das ab 1772 gegründete Oberbergamt Rothenburg sind nun für das preußische Revier in der Mansfelder Mulde zuständig. Durch ständig zunehmende Abteuftiefen werden die Wasserhaltungsprobleme immer dringlicher. Die Wasserhaltung gerät an ihre technische Grenze – so auch im von 1780 bis 1783 abgeteuften König-Friedrich-Schacht (100,7 m tief). Das Grubenwasser muss 57 m bis auf den Hoheiter Stollen hochgepumpt werden.
Bereits seit 1778 lag ein Angebot der Firma Boulton & Watt aus Birmingham über die Lieferung von Dampfmaschinen vor, das jedoch an ein 14-jähriges Liefermonopol geknüpft war. Diese Bedingung wurde zum Anlass genommen, einen Eigenbau zu veranlassen. Der Konstrukteur und Bauleiter BÜCKLING erhält den Auftrag, nach England zu fahren um die Watt’sche Dampfmaschine im Burgörner-Revier bauen zu können. Mit dem Bau wird 1783 begonnen und 1785 folgt nach erfolgreichem Probelauf die Inbetriebnahme.
Die dem Ereignis beigemessene große Bedeutung wurde durch die Anwesenheit des Bergbauministers, des Freiherrn Friedrich Anton von Heinitz und weiterer Ehrengäste unterstrichen.
Die Maschine löst die bis dahin arbeitenden Rosskünste ab. Dabei bewegten Pferde ein Rad, das eine Wasserhebemaschine antrieb. Bereits 1789 muss die Dampfmaschine vergrößert werden. Ab 1794 reicht sie für die Arbeiten im Burgörner-Revier nicht mehr aus und wird in Löbejün eingesetzt.
Diese Maschine hatte Signalwirkung für den alsbaldigen Bau weiterer Maschinen (Wimmelburg, Schönebeck, Königsborn bei Unna) und große Bedeutung für die allgemeine Einführung von Niederdruck-Dampfmaschinen im gesamten deutschen Bergbau. Dass es ein Nachbau war, für den zuvor ein preußischer Oberbergrat spionierenderweise mehrmals bei James Watt in England weilte, schmälert diesen Verdienst nicht. Immerhin entstanden nach dieser Anlage bis 1806 noch neun weitere Dampfmaschinen in dieser Werkstatt.
Aus dieser ehemaligen, nicht mehr vorhandenen Dampfmaschinenwerkstatt in unmittelbarer Nähe, auf der sogenannten „Preußischen Hoheit“, ging die Maschinenwerkstatt Saigerhütte hervor, die bis zur Schließung der Gruben Einrichtungen für die Mansfelder Bergbau- und Hüttenbetriebe lieferte.

Anstelle der Dampfmaschine steht seit 1890 das Maschinendenkmal auf der Halde des König-Friedrich-Schachtes. Als 1984 und 1985 die erste deutsche Dampfmaschine Watt’scher Bauart 1:1 nachgebaut wird, kommen einige ausgestorbene Berufe wieder zum Einsatz: z. B. das Holz-, Schmiede- und Gusshandwerk. Um das Modell zu bauen, ist es nötig, Unterlagen und Aufzeichnungen aus den Staatsarchiven Magdeburg, Merseburg sowie der Bergakademie Freiberg einzusehen. 750 Zeichnungen werden daraufhin angefertigt. Am 2. Oktober 1985 wird der Nachbau im neu gebauten Maschinenhaus gegenüber dem Humboldtschloss in Hettstedt-Burgörner der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist u. a. dem damaligen Generaldirektor des Mansfeld-Kombinates Prof. Dr. habil. KARLHEINZ JENTSCH zu verdanken, dass der Nachbau der Dampfmaschine verwirklicht werden konnte.

Kontakt:
Mansfeld-Museum Hettstedt
Telefon: 03476 200753
Schloßstraße 7
06333 Hettstedt
Öffnungszeiten: Mi – So 10 bis 16 Uhr
Internet: www.mansfeld-museum-hettstedt.de

#Ruhrgebiet #Kohle #Dampfmaschine #JamesWatt #Ruhrkohle #bergbauaktiv
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5 days ago

Bergbauaktiv Ruhr e.V.

Tolle Besucher, tolle Schicht!
Glückauf!
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